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Musikproduzent Legende: Max Martin (Lady Gaga, Celine Dion …)

Musikproduzent Legende: Max Martin (Lady Gaga, Celine Dion …)

Max Martin

Die (Musik-) Zeiten haben sich geändert. Wie alles andere auch ist Musik ebenfalls schnelllebiger geworden. Gleichzeitig hat sich vor allem im letzten Jahrzehnt durch das Internet, durch die Vernetzung eine schier unermessliche Vielfalt an Nischen herauskristallisiert. Noise-Rock Bands covern indianische Volkslieder. Experimental-Drone-Musiker füllen mit drei Tönen siebzig Minuten Musik. Die Grenzen der Genres weichen immer mehr auf – es gibt keine Dogmen mehr, die einem von dem Experimentieren abhalten. Man muss keine Szene-Repressalien mehr fürchten oder derartiges: Die einzigen Schranken, die einzigen Grenzen sind die der eigenen Kreativität, des eigenen Kopfes.

Umso interessanter ist es, wenn jemand in Zeiten musikalischer Nischen einen großen gemeinsamen Nenner findet. Siebzig Jahre Pop-Geschichte haben bestimmte Muster zutage gefördert. Formeln aus Kadenzen, Frequenzen, Rhythmen und musikalischen Farben haben über die Jahrzehnte hinweg gezeigt: Es gibt bestimmte Klangbilder, auf welche die Masse besonders anspringt. Fragen nach einem Hit, nach Mainstream, nach den Gesetzen des Mainstreams drängen sich einem auf. Rohe, künstlerische Visionen zu verwirklichen – ein schwieriges, oft zu Missverständnissen führendes Unterfangen. Doch den Geschmack der breiten Masse zu treffen, mehr noch – ihn zu formen, das ist eine Kunst für sich. Und niemand ist auf diesem Gebiet bewanderter als Max Martin.

Er ist immerhin der erfolgreichste Songwriter der letzten dreißig Jahre. Und wenn man sich die gesamte Geschichte der Popmusik anschaut – übertroffen wurde er einzig von Paul McCartney und John Lennon.

Also? Wer ist dieser Mann?

Von Backstreet Boys bis Britney Spears

Seine Anfänge machte der Schwede als Musiker. Die Rolle des Produzenten war das Ergebnis eines natürlichen Prozesses. Es handelte sich um eine Rolle, in die er mehr und mehr hineinrutschte, ehe deutlich wurde, dass er wie für sie geschaffen war. Generell ist die Kollaboration zwischen schwedischen Songwriting-Genies und amerikanischen Stars relativ häufig – wie zuletzt beispielsweise bei Childish Gambino, der seinen Megahit Redbone mit Ludwig Göranssons Hilfe komponierte. Für Max lagen die Anfänge im Cheiron-Studio, wo ihn der legendäre Dennis PoP unter seine Fittiche nahm und ihm das A und O der Kompositionskunst nahebrachte. Viel Zeit zum Aufwärmen gab es nicht. Kaum stand der Vertrag mit den Cheiron Studios, ging es auch schon direkt los: Es wurden Ace of Base produziert, die, das dürften die meisten in den 90ern so erlebt haben, mit A beautiful life mehr oder minder allgegenwärtig waren. Vorsicht – das ist die geballte, destillierte 90’s Ästhetik – will mit Vorsicht genossen werden.

Bald schon war das Cheiron Studio eine feste Bank für Musikproduzenten aus den Staaten. Es sprach sich eben herum, dass es diese paar schwedischen Jungs gab, die ein natürliches Händchen für Ohrwürmer hatten. Die Backstreet Boys folgten, für die Max, Dennis und ein paar andere Mitarbeiter des Cheiron die Ohrwurm-Melodien schrieben. Quit playing games with my heart beispielsweise ging fast vollständig auf die Kappe von Max Martin, der, könnte man argumentieren, vielleicht bekannteste Song der prototypischen Boyband.

Prinzipiell kristallisierte sich schon damals heraus, dass Dennis ein ungemein starkes Händchen für Melodien hatte – während er Tag ein und Tag aus versuchte, die Aufgaben eines Produzenten auf ihren elementaren Kern zu reduzieren. Dennis erkannte die Neugier und das Talent des jungen Mannes – und förderte den Mittzwanziger maximal. Bis das Schicksal zuschlug – und Dennis aufgrund einer Krebserkrankung verfrüht aus dem Leben gerissen wurde. Ein tragisches Ereignis, das einen weiten Schatten werfen sollte und Max Martin maßgeblich den Impuls gab, eigene Wege zu beschreiten.

Viel Zeit zum Trauern blieb ihm nicht. Mitte 1998 zeichnete sich allmählich eine Veränderung in der amerikanischen Musiklandschaft ab. Man begann, Tabus zu brechen oder zumindest mit ihnen zu spielen – ein junges, talentiertes Mädchen stand an der Vorderfront dieser Veränderungen und kam zu Max in die Cheiron Studios, deren Leitung er nach Dennis‘ Tod übernommen hatte. Diese Person war niemand geringeres als Britney Spears. Und Max Martin produzierte das Debüt der jungen Künstlerin, das die Pop-Landschaft Amerikas nachträglich verändern und hunderte von Copycats nach sich ziehen würde. Die Single „Hit me baby one more time“ wäre beinahe den Backstreet Boys in den Schoss gefallen, doch die Jungs mochten das beschwingte Lied nicht besonders. Stattdessen fand die junge Britney einen intuitiven Zugang zu dem Stück – durch sie verwandelte es sich erst in den frivolen Tabubrecher/Ohrwurm. Hat Max Martin den Teenie-Pop also erfunden? Schwer zu sagen – er gab ihr zumindest das musikalische Klangbild.

Max Martin – Inspiration durch die Formel

Was ist die Formel von Max Martin? Wenn man ihn in Interviews sprechen hört, kommt er gerne und oft auf seinen ehemaligen Mentor Dennis PoP zu sprechen. Es geht um Prägnanz. Darum, sich nicht lange mit Einleitungen aufzuhalten, sondern dem Zuhörer alle paar Sekunden etwas Neues zu bieten. Popmusik als Feuerwerk – Songs erzählen eine Geschichte und wenn es der Komponist richtig macht, sorgt er dafür, dass sich die Energie von Strophe zu Refrain zur Strophe konstant weiterentwickelt. Dafür greift Max gut und gerne in die kompositorische Trickkiste. Die Kunst hierbei: Niemals verkommen seine Kniffe zum Selbstzweck. Die Lieder sollen überall und jederzeit wiedererkannt werden können – von Fans und Nicht-Fans, von Skeptikern und auch von selbsterklärten Feinden der Popmusik. Und das gelingt – bis zu zwei Mal im Jahr (so häufig produziert Max im Schnitt einen Nummer 1 Hit). Die Wahrscheinlichkeit also, dass die Melodie, die euch auf dem Weg zur und von der Arbeit in unverschämter Regelmäßigkeit aus dem Radio entgegenkommt, von Max Martin produziert wurde, ist also ziemlich hoch. Ich persönlich kann mich noch erinnern, wie vor ungefähr 10 Jahren Katy Perry mit I kissed a girl allgegenwärtig war. Möchte ich mich dafür bei Herr Martin bedanken? Nicht wirklich. Aber man zieht den Hut vor dem Handwerk, da der Song, zweifelsohne, in den Ohren vieler sowas wie den vollendeten Popsong darstellt.

Das Wichtigste für Max: die Melodie. Doch wie geht das eigentlich? Wie schreibt man intuitiv Lieder, an denen die halbe Welt Gefallen findet? Gerne wird ihm nachgesagt, die Spannung von Moll und Dur miteinander zu vertauschen und beispielsweise traurigen Liedern einen fröhlichen Flow geben zu können. Doch was heißt das konkret? Erstens: Max Martin hält sich an seine Regeln – keine Improvisation, keine „im Moment geborene“ Genialität. Sondern eine präzise Abarbeitung einer wohldurchdachten Formel. Das Erste was er also tut: Die Melodie schreiben und die Lyrics dem anpassen – lyrics serve the melody. Der springende Punkt hierbei: Die Silben. Mit einer mathematischen Präzision werden diese in einer bestimmten Metrik gehalten – völlig egal, ob der oder die Künstlerin eine clevere Line parat hat oder nicht. Max interessiert nur, ob die Silben in seine Metrik passen, die von Strophe zu Refrain nach festgelegtem Maß variieren.

Des Weiteren: Innerhalb von 50 Sekunden muss der Chorus passieren – auch dies hatten fast sämtliche Hits von Max Martin miteinander gemeinsam. Der Zuhörer soll wissen, worauf er sich einlässt – der Payoff in Form der Hookline im Chorus soll möglichst früh passieren. 73 % der Songs sind im Major Key geschrieben – nur 27 % in Minor. Selten geht er dabei über vier Akkorde hinaus, wobei er in Sachen Kadenzen in Major Keys bei fast 50 % der Fälle diese Akkorde nach dem Muster I – IV – V – VI oder I – V – VI – IV auswählt. Umfassende Sprachanalysen seiner Lieder haben auch gezeigt, dass die Wortwahl bei den Lyrics oft sehr simpel und vereinfacht ausfällt- was natürlich den Vorwurf, Popmusik sei Bubblegum-Blödsinn, geradezu einlädt. Doch hinter dieser Reduktion steckt System: „A great sounding melody can be ruined by a bad choice of words“ – es geht also darum, alles dem Dienste der Melodie unterzuordnen. Was den Anfang eines Liedes angeht, hat auch da Max eine goldene Regel: Ein einfaches, spritziges Mini-Intro, das den Zuhörer sofort abholt – keine musikalischen Prologe, keine Zurschaustellung oder tonale Exposés. Ein weiteres Beispiel dieser famos umgesetzten Formel – Taylor Swifts Shake it off, ein Song, der sich mit fast schon unverschämter Präzision als (un-)liebsamer Ohrwurm an einen festhängen kann – was man auch an den fast drei Milliarden Clicks (!) merkt, die dieser Song auf Youtube verbucht.

Wenn man ihn sprechen hört, lässt sich Max Martin auch gerne über die Bedeutung des Pre-Chorus aus. Weshalb? Nun, man kennt das von seinen eigenen Hörgewohnheiten vielleicht: Zeigt sich der Refrain beim ersten Mal, fühlt er sich in der Regel ganz anders als beim letzten Mal, auch wenn die Melodie und der Grundton der Gleiche sind. Wie kommt dieser Effekt zustande? Eben, indem man die Energie des Songs in seinem Verlauf effektiv verändert. Das beste Mittel hierfür ist ein guter, interessanter Pre-Chorus, der eine neue Spannung durch neue Akkorde aufbaut. Prinzipiell geht es Max Martin um Klarheit, darum, den Zuhörer nicht zu überfordern. „There must never be more than one new items coming in at the same time“ – das bedeutet mitunter auch, dass die Melodien, die er für die Strophe komponiert hat, sich nicht maßgeblich von denen im Refrain unterscheiden. Cleveres Recycling von Melodie ist also das Gebot der Stunde – eine Methode, die sich durch sämtliche Songs aus seiner Feder zieht und die er auch beispielsweise nutzte, um den Pop-Charakter in ein Rockgewand zu übersetzen – siehe So What von Pink.. Die Hymne frisch getrennter, party-williger Single Frauen zwischen 20 und 40 geht ebenfalls auf Max Martins Kappe.

Es steckt also eine eigene Genialität und Genauigkeit in der Art, wie man dem Prinzip Popmusik zuarbeitet. Natürlich ist es auch ein Stück weit das Talent des Max Martin, das ihm hilft, die richtigen Melodien zu finden, die sich um den Globus spannen. Doch darauf aufbauend hält er sich seit jeher geflissentlich an eine Formel, die ihm half, seit 1999 über zwanzig Nummer 1 Hits zu produzieren. Er findet einen essenziell freundschaftlich und lockeren Zugang zu den Popgrößen dieser Welt, sei es Pink, sei es Justin Timberlake oder Taylor Swift und hat durch seine bestimmte, aber authentische Art nichts als Brücken in der Popmusik aufgebaut. Schlecht redet niemand über ihn – sein Ruf eilt ihm voraus und große Labels sowie große Künstler stehen bis heute Schlange. Weitere Songs aus seiner Feder waren der vor allem in Amerika allgegenwärtige Megahit von Kelly Clarkson Since u been gone oder It’s gonna be me von N’Sync. Darf man vom ihm das nächste Dark Fusion Noise Jazz Projekt erwarten, dass die Untergrund-Szene auf den Kopf stellt? Wohl kaum. Dafür darf man bei ihm davon ausgehen, dass eine Sache immer an erster Stelle bei ihm stehen wird:

Der Song.

Lassen wir den guten Mann zuletzt doch selbst zu Wort kommen:

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