20 Jahre „Liebe mit Risiko – Gigli“: Ein Rückblick auf den legendären Film mit Jennifer Lopez und Ben Affleck

Das vielgelobte Bennifer-Charisma verlor seine Anziehungskraft, als das Studio versuchte, aus dem Mob-Drama eine Romantikkomödie zu machen. Ein Rückblick auf einen legendären Flop.

Obwohl es damals nicht möglich schien, hat es am Ende für Ben Affleck und Jennifer Lopez doch noch geklappt.

Heute sind die beiden zwei der produktivsten, bekanntesten und wohlhabendsten Entertainer Hollywoods. 2021 ließen sie ihre Romanze erfolgreich wieder aufleben und heirateten im Jahr darauf.

Doch vor 20 Jahren, am 1. August 2003, ließ das Duo eine Bombe platzen. Der Film hieß Liebe mit Risiko – Gigli und gilt weithin als einer der schlechtesten Filme des Jahrhunderts, wenn nicht sogar aller Zeiten. Gigli war ein schlechter Film und ein Kassenflop, sicher; aber der Film wurde in ungewöhnlichem, wohl ungerechtem Maße verrissen. Teilweise lag dies auch daran, dass es zwischen den beiden Promis hinter den Kulissen gefunkt hatte. Das Interesse der Boulevardpresse an „Bennifer“ war schier unersättlich.

Die Karrieren der beiden waren zu diesem Zeitpunkt in bester Verfassung. Affleck (30) hatte nur sechs Jahre zuvor seinen Oscar-gekrönten Durchbruch in Good Will Hunting(1997) gefeiert, während nachfolgende Filme wie Armageddon – Das jüngste Gericht (1998) und Pearl Harbor (2001) ihn zu einem großen Star machten. Obwohl sein erster Superheldenfilm, Daredevil, der sechs Monate zuvor (2003) in die Kinos kam, von den Kritikern verrissen wurde, spielte er dennoch fast 180 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 165 Mio. Euro) ein. Lopez, das 34-jährige ehemalige Fly Girl (Tanzmädchen) aus der Sketch-Serie In Living Color Lopez, hatte zur gleichen Zeit mit Selena – Ein amerikanischer Traum (1997) und Out of Sight (1998) ihren Durchbruch geschafft und war seit 1999 auch noch als Popstar erfolgreich.

Mafia-Krimi, dem die Boulevard-Presse in die Quere kam

Geschrieben und inszeniert wurde Liebe mit Risiko – Gigli von Martin Brest, der in den 1980er-Jahren zu einem der besten Filmemacher der Branche geworden war (WarGames – Kriegsspiele, Beverly Hills Cop, Midnight Run – Fünf Tage bis Mitternacht) und Al Pacino 1992 mit Der Duft der Frauen zu einem Oscar verhalf.

Eigentlich handelte es sich um einen Kriminalfilm, in dem Affleck den titelgebenden Mafioso aus L.A. spielte, der den geistig behinderten jüngeren Bruder (Justin Bartha) des prominenten Staatsanwalts, der den Prozess gegen seinen Boss (Pacino) führt, entführen soll.

Ursprünglich war Halle Berry für die Rolle der Ricki vorgesehen, der lesbischen, unabhängigen Auftragnehmerin, die dafür sorgen soll, dass der „nette“ Gangster Larry Gigli seinen Job erledigt. Sie musste jedoch aufgrund von Terminkonflikten mit der Superhelden-Fortsetzung X-Men 2 aussteigen. Lopez stieß Ende 2021 für eine Gage von 12 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 11 Mio. Euro) zur Besetzung (Affleck verdiente 12,5 Millionen US-Dollar – etwa 11,44 Mio. Euro, weil es nun mal Hollywood ist).

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Die Dreharbeiten zu Gigli (ausgesprochen „Jii-lii“, nicht „Giggli“) begannen am 10. Dezember 2001 mit einem angeblichen Budget von 54 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 49,43 Mio. Euro). Affleck und Lopez kannten sich bereits von verschiedenen Veranstaltungen und kamen sich bei den Dreharbeiten näher. Lopez war zu diesem Zeitpunkt mit ihrem zweiten Ehemann, ihrem ehemaligen Background-Tänzer Cris Judd, verheiratet, aber sie begann ihre Beziehung mit Affleck einige Monate nach Beginn der Dreharbeiten – und vor allem bevor ihre Scheidung von Judd im Jahr 2003 durch war. In einem Interview mit der US-amerikanischen Journalistin Diane Sawyer im November 2002 gab Lopez ihre (erste) Verlobung mit Affleck bekannt.

Als das junge Promi-Paar die Schlagzeilen beherrschte und sich Liebe mit Risiko – Giglinoch in der Produktion befand, übernahmen die Verleiher des Films, Sony Pictures und Revolution Studios, die kreative Kontrolle von Brest und schrieben den Film um. Sie machten aus dem konventionellen Mafia-Drama in eine romantische Komödie, um aus der ‚Bennifer‘-Manie Kapital zu schlagen. „Martin Brest ist einer der ganz großen Regisseure … aber es hat einfach nicht funktioniert“, sagte Affleck 2012. „Das Studio wollte eine Liebesgeschichte daraus machen, weil sie dachten: ‚Das ist es, was die Leute sehen wollen, weil ihr jetzt zusammen seid.‘ Das ist eine der größten Fehlkalkulationen in der Geschichte der Fehlkalkulationen.“

Die Kritiken waren brutal

Mit dieser großen Veränderung und anderen Nachdrehs (einschließlich der Änderung des Endes des Films – ursprünglich war vorgesehen, dass Gigli stirbt, aber das Testpublikum rebellierte dagegen), wurde das Budget auf mehr als 75 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 68,65 Mio. Euro) aufgebläht. „Der gesamte Kontext des Films wurde so tiefgreifend verändert, dass die ursprüngliche Absicht so gut wie ausgelöscht war. Ich frage mich, ob jemals ein Film so sehr verändert wurde“, sagte Brest in einem seltenen Interview mit der Zeitschrift Variety, das letzten Monat veröffentlicht wurde. „Die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Studio und mir gingen so weit, dass die Postproduktion für acht Monate unterbrochen wurde, während wir sie ausfechten mussten. Am Ende hatte ich zwei Möglichkeiten: zu kündigen oder mich mitschuldig zu machen an der Verstümmelung des Films. Zu meinem ewigen Bedauern habe ich nicht gekündigt und trage somit die Verantwortung für einen grässlichen Kadaver von einem Film.“

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Obwohl die Dreharbeiten im März 2002 abgeschlossen waren, dauerten die Nachdrehs, der Schnitt und die Postproduktion anderthalb Jahre – begleitet von einer wachsenden negativen Berichterstattung.

„Die Berichte über die Entstehung von Gigli waren so toxisch, dass man sich zu fragen begann, ob sie wirklich wahr sind. Sicherlich kann kein Film so schlecht sein“, schrieb Jeff Giles von Newsweek.

In der Tat. Als Liebe mit Risiko – Gigli am 1. August 2003 in die Kinos kam, wurde er aus unzähligen Gründen verrissen.

Einer der ungeheuerlichsten: Afflecks Gigli, der unermüdlich daran arbeitet, die lesbische Ricki zu verführen – seine Charmeoffensive bei der Lesbenbekehrung wurde bereits vor 20 Jahren als verletzend empfunden und wirkt heute noch schlimmer (Affleck hatte auch in Chasing Amy von 1997 eine Figur mit ähnlichen Zielen gespielt).

Auch bietet der Film keine besonders nuancierte Darstellung von Geisteskrankheiten, wenn es um Barthas Brian geht. Sein Zustand wird nie spezifiziert und er muss es ertragen, von Gigli als „verdammter Vollidiot“ bezeichnet zu werden.

Trotz der Anstrengungen, die das Studio unternommen hat, um ihre Beziehung auszuschlachten, fehlte es an der Chemie zwischen Affleck und Lopez.

Ganz zu schweigen von der frankensteinmäßig zusammengeschusterten Handlung und der Vielzahl an misslungenen komödiantischen Momenten.

Die Kritiken waren vorhersehbar brutal.

„Er ist genauso grauenhaft, wie Sie vielleicht gehört haben. Nein, schlimmer“, schrieb die Zeitung Daily Telegraph. „Allein mit Worten lässt sich die Schrecklichkeit von Martin Brests Gigli nicht ausdrücken“, so die LondonerTimes. „Er ist genauso unansehnlich, wie es das ohrenbetäubende negative Gerede vermuten lässt“, schrieb Associated Press. „Folter“, urteilte das Empire Magazine. „Unmöglich, sich vorzustellen, wie es noch schlimmer hätte sein können.“

„Ich habe noch nie so viel Feindseligkeit gegen einen Film erlebt“, schrieb Joel Siegel von Good Morning America damals und gab zu, dass es sich um eine „schreckliche romantische Komödie“ handelte.

Die Nachrichtensatire-Webseite The Onion veröffentlichte eine satirische Schlagzeile, in der behauptet wurde, dass Fokusgruppen ein neues Ende forderten, bei dem beide Hauptdarsteller einen brutalen Tod sterben.

Martin Brest kostete es die (Regie-)Karriere

Der Film floppte an den Kinokassen und spielte läppische 7 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 6,4 Mio. Euro) ein – ein Bruchteil des Budgets und ein Drittel der Gagen von Bennifer zusammen.

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„Es ist wirklich ein verdammter Schlamassel, der es verdient hat, verrissen zu werden“, so Brest gegenüber Variety.

Die vielleicht größte Tragödie von Gigli ist das, was mit Brest, einem ansonsten verehrten Regisseur, passiert ist. „Ben Affleck und Jennifer Lopez werden Gigliüberleben. Aber es wird interessant sein zu sehen, was aus dem Regisseur Martin Brest wird“, spekulierte Giles von Newsweek zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Films.

Brest hat seitdem keinen Film mehr gedreht, da er nach dem Erfolg von Gigli praktisch in den Vorruhestand gezwungen wurde. „Alle Filme, an denen ich gearbeitet habe, kenne ich in- und auswendig. Ich weiß nicht einmal, wie dieser Film aussieht, offen gesagt, wegen der Art und Weise, wie er entstanden ist“, sagte Brest gegenüber Variety.„Sogar der Name… Ich nenne ihn ‚The G Movie‘. Je weniger darüber gesagt wird, desto besser.“

Brest hat seitdem nicht mehr Regie geführt, aber er hat laut Variety zwei Drehbücher geschrieben, die noch nicht produziert wurden. „Ich hatte einen guten Lauf“, sagt er.

Affleck und Lopez lösten ihre Verlobung Anfang 2004 auf (Lopez machte dafür zum Teil die Aufmerksamkeit der Medien verantwortlich). Beruflich überlebten sie den Film nicht nur, sondern wurden sogar noch erfolgreicher. Affleck spielte schließlich Batman und startete, offenbar inspiriert von Gigli, eine beeindruckende Regiekarriere mit Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel (2007), gefolgt von The Town – Stadt ohne Gnade (2010), dem Oscar-Gewinner Argo (2012) und dem publikumswirksamen Turnschuh-Biopic Air: Der große Wurf (dieses Jahr). Lopez ist nach wie vor mehrgleisig unglaublich erfolgreich und eine globale Ikone: Sie hat 80 Millionen Platten verkauft, eine Halbzeitshow beim Super Bowl und einem Auftritt in Hustlers (2019), von dem viele glaubten, er sei von der Academy übergangen worden.

Während beide nach ihrer Trennung andere hochkarätige Ehen führten (Affleck mit Jennifer Garner, Lopez mit Marc Anthony), kamen sie 2021 wieder zusammen, verlobten sich ein Jahr später und heirateten schließlich im Juli 2022.

„Ich habe Jennifer kennengelernt“, sagte Affleck letztes Jahr über Gigli. „Die Beziehung, die sich als so bedeutungsvoll für mein Leben herausgestellt hat.“

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Kevin Polowy

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